Hamster

Wie alt werden Hamster?

Mit eineinhalb Jahren zählt ein Hamster bereits zu den Senioren. Jedoch gibt es bei ihm keinen gemütlich ausklingenden Lebensabend wie etwa bei einem Rentner.
Bei einem Hamster geht auch das Altern so rasant vonstatten, wie sein ganzes leben ablief. Denken Sie dabei nur an die extrem kurze Tragezeit von 16 Tagen, während der sich aus einer befruchteten Eizelle ein fertiger kleiner Hamster entwickelt. 
Hamster bringen alles quasi im Eiltempo hinter sich, wozu höher stehende Säugetiere ein Vielfaches an Zeit benötigen.
Sie werden in freier Wildbahn oft nur ein Jahr alt, da sie viele natürliche Feinde haben. Ein Alter von 2 bis 3 Jahren wie in der Heimtierhaltung erreichen sie nur selten. 
Sobald ihre körperliche Behändigkeit nachlässt und ihre stetige Aufmerksamkeit gegenüber der Umwelt etwas zurückgeht, werden sie leicht zur Beute eines anderen Raubtieres.
Aus diesem Grund sind in den Ursprungsgebieten des Hamsters fast nie alte Tiere anzutreffen. So grausam und hart sich das Leben in der Natur auch darstellt, so sinnvoll erweist es sich zur Erhaltung der Art und des biologischen Gleichgewichts.
Streng genommen ist die Hauptaufgabe eines Lebewesens darin zu sehen, für Nachkommenschaft zu sorgen. Sobald dies nicht mehr möglich ist, fehlt für das Einzeltier die Existenzberechtigung. Auch die knapp bemessene Futtergrundlage, das Verhindern von Siechtum und das Entstehen von seuchenhaften Krankheiten spielen in diesem Gesamtkonzept eine wichtige Rolle.
Ohne die Situation vermenschlichen zu wollen, genießt hier der Hamster in der Heimtierhaltung einige Vorteile. Für sein leibliches Wohl und für seine Ansprüche als Ruheständler ist bis zuletzt gesorgt. Insofern könnte man sagen, dass er in er Obhut des Menschen alt und glücklich werden kann. Ob er das so empfindet, bleibt dahingestellt - auch bei uns selbst ist "old and happy" oft nicht mehr als ein flotter Spruch!

Was sich im Alter ändert

 

  • Verhalten:
    Der Hamster verlässt sein Häuschen zu den gewohnten Zeiten nur noch selten und verschläft die meiste Zeit. Seine Umgebung scheint ihn nicht mehr zu interessieren. 
    Auch hamstert er nur noch wenig ein.
  • Körperhygiene:
    Seine Kraft reicht nicht mehr aus, um sich so häufig zu putzen wie früher. Es kann sein, dass Sie im Bereich der Analregion gelegentlich mit einem Wattestäbchen nachhelfen müssen.
  • Aussehen:
    Er magert ab und wirkt ein bisschen wie vertrocknet. Sein rundlicher Kopf nimmt eine eher spitze Form an. Das Fell verliert seinen Glanz und seine Gleichmäßigkeit. Es wirkt struppig und ungepflegt.
  • Krankheiten:
    Spezielle Alterserkrankungen sind bis auf das häufig zu beobachtende allmähliche Eintrocknen der Augen und eine zunehmende Tumorhäufigkeit nicht festzustellen. 
  • Beweglichkeit:
    Seine Bewegungen wirken ungelenk und etwas staksig, seine Schrittfolgen werden langsam und tippelnd.
  • Sinnesleistungen:
    Ob Sehen, Hören und Riechen direkt nachlassen, lässt sich nicht mit Bestimmtheit sagen.

 

Woran Sie einen "alten" Hamster erkennen

Der Alterungsprozess beim Hamster setzt relativ unvermittelt ein und geht im Gegensatz zu Hund und Katze sehr schnell vonstatten. Wenn Sie Ihren kleinen Freund gut beobachten, können Sie die Anzeichen dafür nicht übersehen. Während er früher in den Abendstunden immer gleich aus seinem Schlafhäuschen kam, um sich ausgiebig zu putzen und im Käfig nach dem Rechten zu sehen, lässt er sich jetzt auffallend viel Zeit damit. Er mach ständig einen unausgeschlafenen Eindruck.
Das Laufrad scheint ihn auch nicht mehr richtig zu interessieren, und vom Futter hamstert er nur noch wenig ein - als wüsste er, dass er es nicht mehr aufbrauchen kann. Seine Bewegungen werden zunehmend tapsig und unsicher. Er magert ab, und der Bauch wirkt aufgezogen. Sein rundlicher Kopf nimmt eine eher spitze Form an. Sein ehemals glattes, glänzendes Haarkleid erscheint struppig und unansehnlich, weil ihm zur ausgiebigen Fellpflege jetzt offensichtlich die nötige Kraft fehlt.

Wie Hamster sterben

Alte Hamster sterben meisten völlig unspektakulär und unbemerkt. 
Eines Tages findet man den kleinen Körper leblos in seinem Schlafnest oder eingerollt in einer Ecke des Käfigs. Da die Tiere wie schlafend aussehen, kann man einen "Todeskampf" mit allergrößter Wahrscheinlichkeit ausschließen. Sie scheinen wie eine Kerze zu verlöschen.
Anders ist die Situation im Falle einer beispielsweise tumorösen Erkrankung, bei der ein längeres Siechtum vorherzusehen ist. Hier sollte zusammen mit dem Tierarzt in einem vorbehaltlosen Gespräch der Zeitpunkt für seine schmerzlose Tötung des Hamsters durch eine einschläfernde Injektion festgelegt werden.
Entscheidend für diesen Schritt muss dabei immer das Befinden des Tieres sein. Nicht der Mensch, der den Verlust seines kleinen Freundes verschmerzen muss, steht hier zur Debatte, sondern die Frage, inwieweit für das Tier mit seinem Leiden noch Lebensqualität gegeben ist oder nicht. Manch einer, der sich aus lauter Liebe um diese Entscheidung herumdrückt, ist gar nicht der Tierfreund, für den er sich hält.
Sind es nicht egoistische Motive, die hier im Vordergrund stehen - egoistisch in dem Sinn, dass man den Trennungsschmerz umgehen oder zumindest noch einige Zeit hinausschieben möchte. 
So gesehen kann es sein, dass die manchmal grausam erscheinende Natur die gnädigere Alternative darstellt.

Abschied vom Tier

Besonders bei Kindern kann der Verlust des geliebten Tieres zu einer vorübergehenden seelischen Belastung führen. Sie verleihen ihren kleinen Freunden oft den Status von Geschwistern, indem sie sich mit ihnen stark identifizieren, Gespräche mit ihnen führen und sie zärtlich umsorgen, wie sie es sich selbst von Erwachsenen wünschen. Die Erinnerung an den Verlust eines derart  mit ihnen verbunden Lebewesens bleibt oft für alle Zeit erhalten, weil es sich um die erste Konfrontation mit dem Tod handelt. Eltern müssen hier viel Feingefühl aufbringen und dem Kind helft, diesen Schmerz zu verarbeiten. Völlig falsch ist es, ein neues Tier als Ersatz zu versprechen.
Dies wird weder dem Empfinden des Kindes gerecht noch der Persönlichkeit des Tieres. Letzteres wird damit zu einem beliebig austauschbaren Objekt degradiert, und dem Kind wird eine sehr bedenkliche Wertvorstellung von einem Mitgeschöpf vermittelt. 
Auch irgendwelche herzzerreißenden Geschichten vom Tierhimmel sind nicht angebracht. Vielmehr sollte auf die Realität der Kurzlebigkeit der Hamster eingegangen und das Sterben aus biologischer Sicht erklärt werden.
Das Beerdigen des kleinen Leichnams an einer geeigneten Stelle des Gartens ist am tröstlichsten. Dies ist vom Gesetz her erlaubt und lässt sich leicht mit dem Empfinden vereinbaren als die übrigen Möglichkeiten des sogenannten "Entsorgens". Außerdem kann die Grabstelle wie bei verstorbenen Familienmitgliedern besucht und gepflegt werden, so dass die Verbindung mit dem Tier noch eine Zeitlang bestehen bleibt. Der Platz lässt sich beispielsweise mit einem kleinen Busch oder einer Blumenstaude markieren.

 

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