Hasen und Kaninchen

Kaninchenkrankheiten sind zumeist Faktorenkrankheiten, das heißt, mehrere ungünstige Eigenschaften rufen gemeinsam eine Krankheit hervor. Es gilt also, den Tieren möglichst optimale Bedingungen zu bieten, damit die Gefahr einer Erkrankung gering gehalten wird.

 

Zur Vorsorge

 

Zuerst ist hier an die Stallausrichtung und die Gestaltung des einzelnen Stalles zu denken. Durch die optimale Ausrichtung des Stalles können schädliche Witterungseinflüsse wie pralle Sonne, Schnee, Wind und Zugluft im Käfig vermieden werden. Der Käfig selbst sollte hell, gut belüftet und trocken sein und windgeschützte Ecken aufweisen, in die sich die Tiere zurückziehen können. Eine nicht sachgemäße Haltung und Fütterung führt in Verbindung mit Zeiten besonderer Anfälligkeit der Tiere (Z.B. Tragzeit, Futterumstellung, Klimaschwankungen, Haarwechsel) häufig zum Ausbrechen von Krankheiten.

 

Zur Vorbeugung von Krankheiten sollten die Tiere gut ernährt und die Käfige häufig gemistet und trocken gehalten werden.

 

Verfügt man in den Käfigen über mehrere einsetzbare Böden, haben die Ersatzböden dann jeweils genug Zeit zum Austrocknen. Sie sollten am besten den UV-Strahlen der Sonne ausgesetzt werden, die viele Krankheitserreger und auch ihre Dauerformen abtöten. Durch die Austrocknung der Käfige wird ferner verhindert, dass die Kaninchen in einen schwül-warmen Stall zurückgesetzt werden, der die empfindlichen Atemwege der Tiere stark beeinträchtigt.

 

Hygienemaßnahmen

 

Beim Reinigen werden zunächst Kot und Einstreu entfernt. Danach wird der Käfig mit Wasser und milden Zusätzen gereinigt. Hierbei ist zu beachten, dass anschließend der Käfig vollständig austrocknen muss. Stehen nicht mehrere einsetzbare Böden für die einzelnen Buchten zur Verfügung, sollte auf eine Nassreinigung verzichtet und der Käfig durch Ausflammen desinfiziert werden.
Allerdings muss darauf geachtete werden, dass die Holzteile nicht in Mitleidenschaft gezogen werden, am besten durch ständige schnelle Hin- und Herbewegungen der Flamme. Die heiße Flamme über 120 Grad C tötet sämtliche Keime, Parasiten und auch deren Dauerformen ab.

 

Durch ein sorgsames und gekonntes Abflammen kann der Hobbyhalter in der Regel auf chemische Desinfektionsmittel verzichten. Nach Gebrauch sollten auch die Wurfkästen und alle Geräte wie das Futtergeschirr gereinigt und desinfiziert werden. Auch diese Utensilien sollten genügend Zeit zum Aus- und Abtrocknen haben. Der Sodazusatz sollte etwa 5 % betragen.
Werden chemische Desinfektionsmittel eingesetzt, sollten diese von der Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) geprüft sein und den entsprechenden Stempel aufweisen. Bakterien, Pilze und Viren bekämpft man am besten mit Aldehyden, Phenolen und Kresolen, die bei einer 2 bis 4 &igen Lösung etwa 4 Stunden einwirken sollten.

 

Als wirksam gegen Parasiten, Kokziden, Milben und Zecken haben sich organische Lösungsmitel wie Chloroform, Schwefelwasserstoff und chlorierte Kohlenwasserstoffe in einer etwa 5 %igen Lösung mit einer Einwirkzeit von etwa 2 Stunden bewährt. zu bedenken ist hierbei, dass die chemischen Desinfektionsmittel nicht sofort im Anschluss an eine Nassreinigung ausgebracht werden dürfen, da sie sich sonst mit dem im Holz noch vorhandenen Wasser verdünnen, Eine vorherige Austrocknung der Holzkäfige ist deshalb ratsam.

 

Zu einer ordungsgemäßen Stallhygiene gehört auch der Schutz des Futters vor Schadnagern, wie z.B. Mäusen und Ratten. Diese Nager können nicht nur Krankheiten übertragen, sondern auch das Futter verwüsten und durch ihren Kot und Harn verunreinigen. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich das Fertigfutter bzw. Getreide in einer Blech- oder Plastiktonne mit einem verschließbaren Deckel zu lagern. Dadurch wird es gleichzeitig vor Nässe und Feuchtigkeit geschützt. Gewarnt werden muss vor der Verfütterung von schimmligem Futter. Übrig gebliebene Grünfutterreste sollten möglichst unverzüglich aus dem Käfig entfernt werden. Auch Trinkflaschen sind möglichst oft von innen mit einer Flaschenbürste zu reinigen. Oft sind sie Sonneneinstrahlung ausgesetzt, wodurch sich Algen und Bakterien relativ schnell vermehren.

 

Fremde Kaninchenhalter bringen über ihre Kleidung häufig ihre stallspezifischen Keime in die besuchte Anlage mit. Deshalb sollten für Besucher ein eigener Mantel und Schuhe zur Verfügung stehen. Außerdem sollten Tierhalter nicht unmittelbar nach dem besuch einer anderen Anlage die eigenen Käfige betreuen. Prinzipiell ist es ratsam für die Versorgung der eigenen Kaninchen spezielle Stallkleidung parat zu haben, die nur hierfür genutzt wird.

 

Bei der Gehege- und Freilandhaltung oder bei Ausläufen sollte das Erdreich von Zeit zu Zeit komplett abgetragen werden, da eine Entseuchung des Bodens nicht möglich ist. Wird mit Rindenmulch o.ä. gearbeitet, so ist dieser nach ca. 3 - 4 Wochen vollständig abzutragen und durch eine neue Schicht zu ersetzen. 

 

Quarantäne

 

Die Kaninchen eines Bestandes bilden oftmals spezifische Krankheitskeime aus, gegen die sie resistent werden. Dies nennt man eine stallspezifische Immunität.
Zugekaufte Tiere haben diese stallspezifische Immunität nicht und sind deshalb in der ersten Zeit besonders anfällig und können erkranken. Schon aus diesem Grund sollte von Zukäufen möglichst abgesehen werden. Neuankömmlinge tragen oft ein für ihren Herkunftsbestand typisches Erregerreservoir in sich, welches dann entweder bei diesen Tieren durch den Stress der neuen Umgebung zum Ausbruch der Krankheit führt oder aber den eigenen Bestand schädigt.

 

 

 

  •    -   Neuankömmlinge sollte man prinzipiell in Einzelställen für etwa 3 bis 4 Wochen von dem eigenen Bestand isoliert in Quarantäne halten. 
    Auch der Tierhalter sollte sich gründlich die Hände waschen und einen anderen Kittel anziehen, bevor er Tiere in Quarantäne betreut.
  •    -   Prinzipiell sollten immer erst die eigenen und danach die Quarantänetiere versorgt werden, da sonst die spezifischen Erreger der Quarantäre  auf den eigenen Bestand übertragen werden. Diese Tiere    sollten auch eigenes Futtergeschirr und Zubehör haben.
  •    -   Auch von Ausstellungen zurückgebrachte Tiere sollte man 3 bis 4 Wochen in Quarantäne halten.

 

 

Symptome erkennen

 

Fell

 

Das Fell des gesunde Kaninchens liegt flach an der Haut auf und ist zumeist glänzend. Kahlstellen zeigt es nicht. Frierende Kaninchen stellen ihr Fell ab. Kranke Tiere dagegen haben ein matteres, abgestelltes, unterhalb der Nase ein nasses oder im Afterbereich ein durch Kot verschmiertes Fell. Besonders den Nasenbereich und den Afterbereich gilt es zu beobachten.

 

Haut

 

Die Haut des gesunden Kaninchens ist elastisch und gibt leicht nach. Wenn die haut ausgetrocknet ist, geht die abgehobene Hautfalte sehr langsam in ihre ursprüngliche Form zurück. Häufig ist dies bei einer nicht ausreichenden Wasserversorgung der Fall.

 

Verdauung

 

Der Bauch des Kaninchens ist meist rundlich und nicht aufgetrieben. Die Flanken sind nicht eingefallen. Tritt Durchfall auf, zeigt der Kot nicht mehr die übliche Kugelform. Verdauungsstörungen liegen auch dann vor, wenn der Kot perlschnurartig aufgereiht ausgeschieden wird. Dies ist oft bei Raufuttermangel die Folge.

 

Zähne

 

Treten überlange Zähne auf, sind diese Tiere von der Zucht auszuschließen.

 

Augen

 

Die Augen des Kaninchens sind sehr anteilnehmend und wandern jeder Handbewegung des Halters hinterher. Tränende Augen und ein trüber Blick sind oft Krankheitszeichen.

 

Nase

 

Die Nase des gesunden Kaninchens ist zumeist trocken; während der sehr warmen Jahreszeit kann die Nase aber auch nass sein, da das Kaninchen sich über das Trinkwasser etwas Abkühlung verschaffen möchte. Beim gesunden Kaninchen bewegen sich die Nasenflügel relativ gleichmäßig und beim Hineinstellen eines fremden Gegenstandes wird dieser sofort beschnuppert. Kranke Kaninchen haben dagegen Nasenausfluss, der die Nasenöffnungen binnen kürzester zeit verkrustet.

 

Ohren

 

Gesunde Kaninchen reagieren auf sämtliche Geräusche in ihrer Umgebung mit ihren Ohren, die sie dem jeweiligen Geräuschverursacher zudrehen. Die Ohrmuscheln müssen gut durchblutet und sauber sein. Gipsähnlicher, schuppiger Belag deutet auf Milbenbefall hin. Hinzu gesellt sich oft ein Schiefhalten des Kopfes, ein häufiges Schütteln der Ohren und ein häufiges Putzen des befallenen Ohres durch die Vorderläufe.

 

   -   Werden geschlechtsreife Tiere noch zusammengehalten, treten häufig zuerst Bisswunden an den Ohren auf, die nicht mit Milbenbefall verwechselt werden dürfen. Bissverletzungen zeigen sich dadurch, dass sie auch am äußeren Rand des Ohres zu sehen sind, während Milben nur im Innenbereich des Ohres anzutreffen sind   -

 

Atmung

 

Atmen die Tiere lange und rasselnd ein und sind sie bereits abgemagert, kommt eigentlich jede Hilfe zu spät. Die Atmung ist sehr beschleunigt und die Öffnungen der Nase werden oft weit aufgerissen. Diese Tiere sollten von ihre Qualen erlöst werden.

 

Verhalten

 

Kranke Tiere zeigen beim Herausnehmen keine Fluchtreaktion, während gesunde Tiere sich zumeist dem Griff des Halters zu entzeihen versuchen.

 

Appetit

 

Gesunde Kaninchen erkennt man auch an ihrem Appetit. Nach Befüllen des Futtertroges kommen diese nach einer kurzen Zeit vorsichtig an den Futtertrog in und inspizieren dessen Inhalt. Gesunde Jungtiere können die Fütterungszeit kaum abwarten und springen dem Halter erwartungsfroh entgegen. Kranke Tiere dagegen beachten das Futter kaum und sitzen eher trauernd in ihrem Käfig.

 

 

 

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