Katzen

Unter dem Obergriff " Katzensprache " versteht man ein Zusammenwirken der Körpersprache, also Mimik, Gestik und Ausdruck, mit der Lautsprache, also Knurren, Miauen, Fauchen und die anderen Töne, die eine Katze von sich geben kann. 

Die Körpersprache

Unter diesem Begriff versteht man die unterschiedlichen Verhaltensweisen der Katze, wie Körper-, Kopf-, Ohren- und Schwanzhaltung, aber auch die Mimik und Gestik des Tieres.  Alle Empfindungen, die eine Katze bewegen, spiegeln sich in der Körperhaltung wider. Zorn, Erregung, Freude, Demut oder Gleichgültigkeit drücken sich in unterschiedlichen Stellungen aus.
Der sogenannte "Katzenbuckel" mit angelegtem Haar und einem wohligen Schnurren drückt aber genau das Gegenteil aus. Meist stellt sich der kleine Liebling so in Position, um auf sich aufmerksam zu machen.
Reibt er dann den Körper am Menschen, ist das zumeist ein Startsignal für den Beginn einer intensiven Unterhaltung.
Eine weitere Aufforderung, dass die Katze Beachtung wünscht, ist es, wenn die Katze vor ihnen steht, den Körper völlig entspannt, und sie mit leisem Schnurren ansieht. Reden sie nun mit ruhigen Worten und bemühen sie sich, bei gleichen Worten auch die gleiche Betonung zu treffen.
Wenn ihre Katze seitlich zu ihnen steht und nervös wirkt, fühlt sie sich meist verängstigt. Auch wenn sie den Grund dafür nicht sofort erkennen - es kann ein Geräusch sein, das sie nicht hören können, oder auch eine Vorahnung, wie beispielsweise vor einem Gewitter, reden sie beruhigend zu ihr, sie braucht es in dieser Situation.
Geduckt auf dem Boden liegend, die Ohren angelegt und in eine Ecke des Raumes starrend, will ihre Katze sich nicht unterhalten, sondern hat etwas entdeckt, das sie beschäftigt oder das sie jagen will. In diesem Fall sollten sie ihr kein Gespräch aufdrängen.
Auf dem Rücken liegend und den Bauch zeigend, fühlt sich ihre Katze absolut sicher und zufrieden. Sie will gekrault und ein wenig unterhalten werden: Tun sie ihr den Gefallen und sie werden sie noch glücklicher machen. 

Die Ohren

Die Ohren einer Katze sind wie ein Barometer. Sie zeigen ihre Stimmungen exakt an, und man kann sie gut ablesen.
Hocherhoben deuten sie meist auf Zufriedenheit hin, sind sie dabei leicht nach vorne gestellt, ist der kleine Racker gerade neugierig. Die nahezu waagerecht ausgestreckten Ohren deuten auf Ärger und Abwehr hin. Nach hinten an den Kopf gelegte Ohren sind ein Zeichen für Zorn und Aggressivität.
Wenn die Ohren zwischen hohem Stand und angelegt hin- und herwandern, ist die Katze unsicher und angriffsbereit.

Die Augen

Augen sind der Spiegel der Seele, doch bei der Katze seien sie kalt und gefühllos, wird und wurde immer wieder behauptet. Diese Meinung vertreten nur Menschen, die sich nie näher mit einer Hauskatze beschäftigt haben, denn sonst wüssten  sie, dass die Katzenaugen ein Teilspiegel für Empfindungen sind und zusammen mit der gesamten Gesichtsmimik gesehen werden müssen.
Weit geöffnete Augen zum Beispiel können auf Neugier, aber auch auf Zorn hinweisen. Sind die Augen weit geöffnet und auf einen Punkt oder einen Menschen fixiert, dabei das Gesicht entspannt, ist die Katze ruhig, aber neugierig. Sind die Augen aber weit geöffnet, wobei die Stirn zu Falten zusammengezogen und die Ohren flach nach hinten an den Kopf gelegt sind, dann erwartet die Katze Ärger oder ist zornig.
Geweitete Pupillen deuten auf Abwehr hin; sind dabei auch noch die Augenlider heruntergezogen, kommt Ärger hinzu.
Sind die Augen aber nur schmal geöffnet und blinken dabei, ist dies häufig der Anfang einer Unterhaltung.

Der Schwanz

Der Katzenschwanz ist wie bei vielen anderen Tieren ein guter Signalgeber, um auch aus der Ferne zu erkennen, in welchem Gemütszustand sich das Tier gerade befindet.
Ein buschig nach hinten gewölbter Schwanz zeigt jedem Angreifer, dass die Katze, oder meist der Kater, auf Abwehr eingestellt und bereit zum Kampf ist. Fällt der buschige Schwanz dann nach unten, ist die Lage leicht entspannt, aber das Tier ist immer noch erregt.
Aggressives Schwanzschlagen drückt Ärger aus, während ein seitlich nach vorne angelegter Schwanz auf Verlegenheit oder sexuelle Erregung hinweist.
Ein leicht gebogen, nach oben aufgerichteter Schwanz kündet von Neugier, während ein kerzengerade aufgerichteter Schwanz Zufriedenheit ausdrückt.

Die Pfoten

Auch die Pfoten einer Katze können Auskunft über ihren momentanen Gefühlsstand geben. Denken sie nur daran, wie schnell die Krallen ausgefahren werden können, wenn das Tier einmal abrutscht oder sich verteidigen will
Ausgefahrene Krallen drücken die Bereitschaft aus, diese auch einzusetzen. Sei es gegen einen Gegner oder nur, um sie an einem geeigneten Gegenstand zu wetzen. 
Ganz anders ist es im Spiel, vor allem bei jungen Katzen, da dienen die ausgefahrenen Krallen dazu, den zum Spiel verwendeten Gegenstand erhaschen und festhalten zu könnnen. Danach werden sie rasch wieder eingefahren.
 

Die Lautsprache

Der Oberbegriff für alle Laute, die eine Katze von sich gibt und die wir Menschen mit unserem Gehör wahrnehmen können. Sie vertieft und unterstützt die Körpersprache und bringt wichtige Nuancen in die Katzensprache ein.
Es ist wie bei den unterschiedlichen Sprachmelodien, mit denen wir bestimmte Sätze unterlegen und so Empfindungen ausdrücken, ohne viele Worte dazu zu verwenden.
Denken sie dabei nur an den Ausruf  "ah" , den wir so oft gebrauchen. Hierbei können wir Anerkennung, Bewunderung, Belustigung oder Erstaunen ausdrücken, indem wir ihn jedesmal anders Betonen.
Das gleiche tut die Katze mit den ihr eigenen Lauten. Sie müssen nur lernen, diese feinen Unterschiede zu erkennen und der richtigen Körpersprache zuzuordnen, um so die Vokabeln zu erlernen, aus denen sich letztendlich die gesamte Katzensprache zusammenfügt.
Sobald sie eine Vokabel gelernt haben, sollten sie diese ständig üben, um sie fest in ihrem Gedächtnis zu verankern.
Meist beginnt es damit, das ihre Katze zu ihnen kommt und ihnen sagt: "Hallo, ich möchte mit dir reden. " 
Hierzu richtet sie ihr Gesicht zu ihnen herauf, blickt sie erwartungsvoll mit aufgerichteten Ohren an und stößt meist leise Mauzlaute aus, die weder aufdringlich noch schmerzhaft oder ernst klingen.
Inzwischen hat man belegen können, dass Katzen mit ihrer Stimme weit mehr als hundert verschiedene Töne produzieren können, von denen das menschliche Ohr aber nur rund 20 wahrnehmen kann, denn der Mensch hört töne nur etwa bis 20 kHz, während die Katze Schall bis 60 kHz aufnehmen kann. Das bedeute aber auch, dass Katzen dieselben Töne wie wir in dreifacher Lautstärke hören. Eine aufgedrehte Stereoanlage etwa bereitet ihrer Katze bereits starke Schmerzen.

Das Schnurren

Der bei allen Katzenhaltern beliebteste Klang ist das wohlige Schnurren einer Katze. Bis heute ist es noch nicht gelungen, herauszufinden, womit dieser Schnurrton erzeugt wird. Die Katze hat beim Schnurren den gleichen Rhythmus wie in der Atmung. Schnurren bedeutet für die Katze größtes Wohlbehagen, Zufriedenheit  und Entzücken. Eine Steigerung dieses Glücksgefühls erlebt die Katze, wenn sie dann noch eine weiche flauschige Unterlage "pföteln" kann.
Die Höhe oder Tiefe des Schnurrens ist der Gradmesser des Glücksgefühls der Katze. Je höher der Schnurrton, desto glücklicher ist der kleine Freund oder die Freundin.

Der Beobachtungsruf

Dieser Ruf ist allen Katzen schon von Geburt an in die Wiege gelegt und dient anfänglich dazu, die Aufmerksamkeit der Mutter oder der Geschwister zu erregen. 
Später dann, mit zunehmendem Alter, wird mit diesem leicht fordernden, aber nicht unangenehmen Miauen die Aufmerksamkeit anderer Katzen und des Menschen gefordert. Dieser Ruf geht häufig dem Beginn eines Gespräches voraus.

Der Revierruf

Häufig kann man am Morgen diesen Ruf hören, der die meisten Menschen im Schlaf stört, weil er so durchdringend ist. Zahlreiche Menschen, die sich nicht so gut mit Katzen auskennen, sind bei diesen Lauten schon zur Tür gelaufen und haben nachgesehen, ob jemand in Gefahr ist oder ob sich möglicherweise ein Kind verletzt hat.
Es ist der Ruf, den meist weibliche Katzen ausstoßen wenn sie sich über ein Territorium nicht einig werden können. Zumeist folgt dem langanhaltenden Ruf dann ein Kampf, der von Fauchen und eventuell auch schmerzhaften Tönen untermalt wird.
Der einem weinerlichen Babygeschrei ähnliche, aber viel durchdringende Ruf ist ein Überbleibsel aus der Zeit, als die Katzen noch in wilder Freiheit lebten, und gehört in die Kategorie der Laute, wie sie Wölfe ausstoßen, wenn sie den Mond anheulen.

Der Jagdruf

Stets dann, wenn eine Katze ein mögliches Beutetier erspäht, sei es vom Balkon aus eine Maus im Garten oder durchs Fenster einen Vogel auf dem nächsten Baum stößt sie ein lautes, staccatohaftes Miauen aus, ihren Jagdruf, der unverwechselbar ist und rasch von ihnen als solcher erkannt werden wird.

Der Verteidigungsruf

Manchmal ist er vor dem Revierruf zu hören, aber immer dann, wenn eine Katze sich in Bedrängnis befindet oder in die Enge getrieben wurde. Sieht sie dann für den Moment keinen Fluchtweg und findet sie den Gegner oder das Hindernis vor ihr zu stakt, stößt sie eine Kombination von starken Jaulern aus, um den Feind oder das Hindernis damit zu beeindrucken.
Gleichzeitig nimmt sie die Abwehrstellung ein, wie sie in der später folgenden Tabelle aufgezeigt ist.
Vor allem bei kampfgewohnten, alten Revierkatern kann man diesen Verteidigungsruf immer dann hören, wenn sie sich einem Hund stellen, und schon mancher große Hund, der es daraufhin nicht vorzog, das Weite zu suchen, rannte später jaulend davon.
Wer einmal den Kampf eines echten Revierkaters beobachten kann, wird überrascht sein, mit welcher Intensität diese Kater ihr angestammtes Revier verteidigen.

Der Hilferuf

Ebenso unverwechselbar wie der Revierruf klingt es, wenn eine Katze um Hilfe ruft.
Welcher Katzenliebhaber hat nicht schon einmal das wehleidige Maunzen kleiner Kätzchen gehört, die nach ihrer Mutter riefen, weil sie sich zu weit vom schützenden Katzenkorb entfernt hatten ? Dies ist wohl eine Lautfolge, die auch mit zunehmenden Alter in ihrer Charakteristik bei allen Katzen gleich geblieben ist. Sie werden sofort darauf reagieren und nachsehen, was dem kleinen Racker fehlt und ihre Hilfe anbieten.

 


 

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